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Buchempfehlungen

Buchempfehlung für Dezember 2017

Der kleine Drache Kokosnuss Expedition auf dem Nil (Band 24)

Autor: SIEGER, Ingo

Inhalt:

Alle 25 Bände beschreiben die Abenteuer des kleinen Drachens Kokosnuss von der Dracheninsel. Der vorletzte Band, Expedition auf dem Nil, widmet sich dem alten Ägypten.

Oskar soll einen Aufsatz über einen Pharao schreiben. Das findet er oberlangweilig. Doch dann schlägt Kokosnuss vor, gemeinsam mit Matilda eine Zeitreise ins alte Ägypten zu machen. Dort könnte Oskar den Pharao persönlich sprechen, und danach schreibt er ganz sicher den besten Aufsatz der Welt! Die Reise in die Zeit der Pharaonen aber wird für die drei Freunde zu einem großen Abenteuer ... Es geht spannend und lustig zu, und weil ein Ägyptologe den Autor bei der Geschichte beraten hat, enthält das Buch viel Wissenswertes über das Alte Ägypten.

Der kleine Drache Kokosnuss (Band 1)

Meine Meinung:

Das gegenständliche Abenteuer der 3 Freunde, Oskar, Matilda und Kokosnuss führt uns an den Nil, zu den Pyramiden und vor allem 4500 Jahre zurück. Mit viel Fantasy und Dank des Laserphasers gelingt eine Zeitreise in die Vergangenheit. Der Traum vom Fliegen und die Rückkehr in eine vergangene Zeit werden für die kleinen Leser in diesem Abenteuer gleichzeitig verwirklicht Neben den Träumen weckt der Autor die Neugier der Kinder. Es wird der Lebensraum „Nil“, dessen Bewohner, die technischen Leistungen beim Pyramidenbau und auch die Stellung des Pharaos beschrieben. Dabei verwendet Siegner eine einfache und für Kinder verständliche Sprache. Seine Illustrationen bestätigen und ergänzen das Geschriebene.

Fazit:

 Auch dieser Band ist ein herrliches Abenteuer für Erstleser und auch als Vorlesegeschichte geeignet. Jedes Abenteuer ist für sich eine abgeschlossene Geschichte. Trotzdem empfehle ich mit dem 1. Band anzufangen. Ich habe nachstehend 3 Titel angeführt. Die restlichen Bände kannst du auf der Homepage des Autors erkunden.

Der kleine Drache Kokosnuss (Band 1)

Der kleine Drache Kokosnuss - Expedition auf dem Nil (Band 24)

Der kleine Drache Kokosnuss - Vulkan-Alarm auf der Dracheninsel (Band 25)

Links:

http://ingosiegner.de/index.php?id=12

https://de.wikipedia.org/wiki/Altes_Ägypten

 

Buchempfehlung für November 2017

Bretonisches Leuchten

Autor: Bannalec, Jean-Luc

Inhalt (Klappentext):

Während Claire die Ruhe am Meer zu genießen scheint, nutzt Kommissar Dupin jede Gelegenheit, das Strandhandtuch zu verlassen. Das fabelhafte Abendessen auf der Hotelterrasse und die Gerüchte über eine geklaute Heiligenstatue gehören zu den wenigen spannenden Momenten seiner Urlaubstage. Doch dann verschwindet eine Touristin spurlos und es wird ein Anschlag auf eine Abgeordnete verübt, die mit den lokalen Landwirten im Clinch liegt. Wenig später erschüttert der Fund einer Leiche den bretonischen Küstenort. Heimlich nimmt Dupin mithilfe der Dorfbewohner die Ermittlungen auf, schließlich dürfen Claire und seine Kollegen aus Concarneau nichts mitbekommen, sie haben ihm strengste Erholung verordnet. Zwischen verwunschenen Tälern, traumhaften Stränden und einer leuchtend bizarren Felslandschaft entwickelt sich ein abgründiger Fall.

Meine Meinung:

Es ist der 6. Fall von Kommissar Dupin und natürlich habe ich alle vorherigen seiner Bretonischen Krimis gelesen. In diesen hat der Autor die Umgebung von Concarneau, also das Finistère – seine Wahlheimat beschrieben. Um auch die Schönheit eines anderen Teiles der Bretagne - Trégastel literarisch zu huldigen, lässt Bannalec seinen Kommissar im Norden davon urlauben. Genüsslich beschreibt der Autor, wie schwer es dem Kommissar fällt nur am Strand zu liegen und die Seele baumeln zu lassen. Geschickt erfindet er immer neue Ausreden um das Strandtuch zu verlassen. Unter dem Motto einmal Kommissar immer Kommissar findet er erst in dubiosen Vorfällen und später in tatsächlichen Morden Grund Ermittlungen  aufzunehmen, obwohl ihm seine Umgebenen striktes Nichtstun verschrieben hatten und er örtlich nicht zuständig ist. Bannalec versteht es süffisant auf die Mängel und Hindernisse kriminalistischer Arbeit in Frankreich und anders wo hinzuweisen. Diese Umstände zwingen Dupin seine Befugnisse zu überschreiten, ja sogar illegale Wege zu beschreiten. Der Leser hat sogar im Gegensatz zur Wirklichkeit, Verständnis mit diesem Vorgehen. Bannalec versteht es wie kaum ein anderer Krimiautor seinen Titelhelden über und außerhalb des Gesetzes zu stellen und trotzdem ein formalistisches und reelles Ende seiner Ermittlungen dem Leser zu suggerieren.

Im Besonderen hat mir die hintergründige Botschaft -  Lügen, Täuschungen, Ausreden und Ablenkungen als Schonung seiner Lebenspartner einzusetzen - imponiert. Dies wurde in der Person von Claire in Perfektion umgesetzt. Wahrscheinlich beruht dies auf der Lebenserfahrung des Autors. Dieser ist ein unermüdlicher Propagandist der Bretagne. Seine Bücher fordern uns auf die beschriebenen Landstriche persönlich zu besuchen.

Fazit:

Auch dieser Roman ist leicht zu lesen, unterhaltsam und voller warmer „Bilder“. Es ist faszinierend sich beim Lesen durch eigene Bilder begleiten zu lassen.

Link:

https://de.wikipedia.org/wiki/Trégastel

https://de.wikipedia.org/wiki/Jörg_Bong


 

Buchempfehlung für Oktober 2017

DAZWISCHEN:  ICH

Autorin: Rabinowich, Julya

Inhalt:

Das Los der 15-jährigen Madina teilen viele Flüchtlingskinder: Sie alle sind Brückenbauer zwischen ihren Familien und dem neuen Leben in der westlichen Welt. Nach einer beschwerlichen Flucht vor dem Krieg in ihrer Heimat ist Madina endlich angekommen, in einem Land, das Sicherheit verspricht. Doch nicht allen in ihrer Familie fällt es leicht, Fuß zu fassen. Und so ist es an Madina, Mittlerin zu sein zwischen ihrer Familie im Flüchtlingsheim und dem unbekannten Leben außerhalb. Sie nimmt das Schicksal ihrer Familie in die Hand und findet in Laura eine Freundin, die für sie in der Fremde Heimat bedeutet. Eine bewegende Geschichte über Freundschaft, Migration und das Erwachsenwerden in Zeiten von Krieg und Verfolgung – authentisch erzählt.

Meine Meinung:

Es ist mein erster Roman von RABINOWICH und auch das Genre  war für mich neu. Ja, es ist ein Jugendroman über die Ängste und den seltenen Freuden eines pubertierenden 15 jährigen Mädchen, aus einem fremden Kulturkreis. Die Autorin wählte eine Art Tagebuchreportage – unterbrochen durch eine fiktive Traumwelt. Die Protagonistin Madina vertraut ihrem Tagebuch das Erlebte, ihre Ängste, Freuden und ihre Sehnsüchte an. Durch diese Form der Erzählung wirkt der Roman authentisch, fast wie von einem wirklichen Tagebuch eines Flüchtlingsmädchens abgeschrieben. Rabinowich hat aber sicherlich umfangreich recherchiert, das Ergebnis in schöne Sätze verpackt und mit Gefühl angereichert. Obwohl ich Asylwerber beim Erlernen der Deutschen Sprache unterstütze und versuche ihnen auch unsere Kultur zu vermitteln, waren mir bis jetzt die Dogmen des islamischen Kulturraumes nicht in seiner Tiefe aufgefallen. Ich habe es vorwiegend mit männlichen Asylwerbern  zu tun. Daher hat mich der Einblick in die Gefühlswelt eines 15 jährigen Mädchen aus einem fremden Kulturkreis tief bewegt. Die übertriebene Schamhaftigkeit – eine gewisse ist bei pubertierenden Mädchen normal – und die Verleugnung des eigenen Körpers ist offensichtlich dem Islam geschuldet. Auch die überhöhte Stellung des Mannes und ihr im Besonderen des „Sohnemannes“ kommt in diesen Roman deutlich zum Ausdruck. Diese Erhöhung fordert vom Mann Verantwortung, welcher er nicht gewachsen sein kann.

Fazit:

Obwohl es ein Buch für Mädchen ist, soll es im Besonderen von „Muttersöhnen“ gelesen werden. Außerdem hilft der Roman, Jugendliche und fremde Kulturen zu verstehen.

Links:

https://de.wikipedia.org/wiki/Julya_Rabinowich

 

Buchempfehlung für September 2017
SOMMER WIE WINTER
Autorin, Taschler, Judith W.
Inhalt:
Der gesamte Roman besteht aus einzelnen Therapiegesprächen, denn: Einer Familie widerfuhr Schreckliches, woraufhin sie von einem Psychologenteam betreut wird. Mutter Monika Winter (55), ihre vier leiblichen Kinder Anna (24), Martina (21), Manuela (19), Andreas (11) und der angenommene Pflegesohn Alexander Sommer erzählen verschiedenen Therapeuten ihre Version der Geschichte und obendrein... noch von skurrilen Kindheitserlebnissen und anderen Dingen. Der dreijährige Alexander kommt 1973 als Pflegekind zu einer Bauernfamilie in Sölden. Vor kurzem wurde eine Gästepension auf dem Hof angebaut, Sommer wie Winter ist das Haus voll mit Fremden, die Kinder leiden darunter und müssen außerdem fest mitarbeiten. Die herbeigesehnten Nebensaisonen sind immer viel zu kurz
Meine Meinung:
Das Buch ist der Debütroman der nunmehr sehr bekannten Autorin. Ihr letzter Roman „bleiben“ hat mich so fasziniert, dass ich auch das Erstlingswerk von Taschler gelesen habe. Bereits in diesem Werk hat sie die Art ihres Erzählens entwickelt. Die Autorin lässt die einzelnen Protagonisten von sich erzählen. Jeder darf aus seiner Sicht, seinen Erinnerungen das Gesehene und Erlebte als seine Wahrheit über einen Therapeuten zum Ausdruck bringen. Der Titel „Sommer wie Winter“ ist bezeichnend und gleichzeitig hintergründig. Die Bauernfamilie Winter nimmt sich den 3 jährigen Alexander Sommer als Pflegekind. Am Beginn hatten die Tiroler Bauern nur im Winter einige Gäste, mit der Zeit wurden es immer mehr und am Ende hieß es Sommer wie Winter keine Zeit für sich und den Kindern. All dies wird in den Therapiegesprächen zum Ausdruck gebracht. Es sind befreiende Erzählungen der gesamten Familie bis auf Toni dem Vater, welcher nicht zu Wort kommt. Dadurch baut die Autorin die Spannung auf, fast wie bei einem Krimi. Der Leser denkt sich, was steckt dahinter – gibt es ein dunkles Geheimnis? Das seinerzeitige Verschwinden der Mutter von Alexander bleibt lange ein Rätsel; es werden Vermutungen, Verdächtigungen und Befürchtungen ausgesprochen. Der Ausgang des Romans ist wie in einem guten Krimi, man hat vieles geahnt und war trotzdem überrascht.
Fazit:
Auch ich gebe diesem Roman, wie viele unserer Leser einen „blauen Punkt“(Leser empfehlen damit anderen das Buch als besonders lesenswert). Unbedingt lesen!! Ich bin schon gespannt auf ihren neuen Roman „DAVID“ – erscheint im Oktober 2017.

Buchempfehlung für August 2017
Das Floß der Medusa
Autor Zobel, Franz (Franzobel)
Inhalt:
Ein Roman nach einer wahren Begebenheit – dem Auflaufen der Fregatte Medusa auf eine Sandbank im Atlantik vor der Küste Mauretaniens im Jahr 1816. Der Roman beginnt mit der Schilderung der Charaktereigenschaften und Ziel der verschiedenen Protagonisten und führt immer tiefer in den Abgrund der menschlichen Zivilisation. Mit dem drohenden Sinken der Fregatte und dem Umstand, dass für die ...400 Personen am Schiff nicht genügend Rettungsboote vorhanden waren, war man gezwungen mit unzureichenden Ressourcen ein Floß zu bauen, welches Platz für die „Schwächsten „ bieten sollte. Auf diesem Floß begann sofort der Überlebenskampf. Von 147 Personen überlebten nur 15 diese menschliche Tragödie. So brutal es auch klingt, jeder Tote erhöhte die Überlebenschance der anderen.
Meine Meinung:
Die Unfähigkeit aller Menschen, die Dekadenz des zurückgekehrten Adels, aber auch der zügellose und gewaltbereite Mob ist der Hintergrund dieses Romans. Franzobel hielt sich erstaunlich nahe an den historischen Fakten. Leider ist diese historische Wahrheit durch Mythen stark getrübt. Der Autor hat sich sichtliche Mühe gegeben, die einzelnen Protagonisten so dazustellen, wie sie vermutlich waren. Natürlich füllte er sie mit Überhöhungen, Zuspitzungen und Erniedrigungen um ihnen Kanten und Ecken zu geben. Diese Kunst beherrscht Zobel im Besonderen, weil er in der Lage ist zu fabulieren. Die Auseinandersetzung zwischen dem Gesagten und nur Gedachten fördert die Dramatik und Authentizität. Gleichzeitig lässt er es den Lesern offen, wie weit diese die eine oder andere Seite bevorzugen. Es erlaubt eigene Bilder zu machen. Die dramatischen Schilderungen, ob man das Fleisch der Toten essen darf, ja soll, oder ob man die Lebensunfähigen nicht töten soll, damit die eigenen Überlebenschancen steigen, sind Aufforderung sich selbst Gedanken zu machen.
Sehr beeindruckt war ich von seiner Wortwahl, wodurch ein angenehmes Sprachbild entstand und gleichzeitig echte Gräuel verkraftet werden konnten. Es gibt auch keine himmellangen Sätze, die man 2 oder 3 Mal lesen muss, damit man versteht warum sich der Schluss mit dem Anfang nicht widerspricht.
Fazit:
Viel historisches Wissen ist erforderlich, oder die Bereitschaft, das Gelesene nachzuschlagen. Nur so erhöht sich der Roman zu dem was er ist, nämlich wirklich lesenswert. Im Besonderen möchte ich diesen allen empfehlen, welche immer an das Gute im Menschen glauben.
Links:
https://de.wikipedia.org/wiki/Franzobel
https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A9duse